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Die Ideen der Erfinder schützen?!

Intention

Die Schülerinnen und Schüler entwickeln eigene Positionen zu der Fragestellung, ob die Ideen von Erfindern geschützt werden sollten, indem sie eine Pro-Contra-Diskussion führen und das Interview mit einem Mitarbeiter des Patent- und Markenamtes lesen und diskutieren.

Vorbereitung

  • Besorgen der Zeitschrift Geolino extra, Nr. 40 („Erfindungen“)

Mögliche Vorgehensweisen

Einstieg

Informierender Unterrichtseinstieg

  • Impulsfrage: Sollen / Müssen die Ideen der Erfinder geschützt werden?
  • Beispiele von Ideenklau frei berichten lassen, die in der Vergangenheit und heute alltäglich sind, z.B. technische Geräte, Design, Markenkleidung.
  • weitere mögliche Impulse: Gegenstände / Bilder
  • Diskussion über den Nutzen von Erfindungen für die Allgemeinheit versus „Ideen gehören demjenigen, der sie erdacht hat…“.
  • Begriffsklärung: Was ist ein Patentamt?

Erarbeitung

Pro-Contra-Diskussion

  •  Die Kinder haben die Aufgabe, in Einzelarbeit Argumente für die Pro- und die  Contra- Seite zu notieren:
    • Pro: Die Ideen der Erfinder sollten geschützt werden, weil ...
    • Contra: Die Ideen der Erfinder sollten nicht geschützt werden, weil ...

Die Kinder erhalten Karten (Pro und Contra), auf denen sie ihre Argumente notieren können. Die ausgefüllten Karten werden zu den „Pro“ und zu „Contra“ Schildern an die Tafel geheftet.

Die Argumente werden erneut zusammengetragen; häufig genannte Argumente werden zusammengeführt und im Plenum diskutiert.

Gemeinsamer Lesetext: Interview mit Thomas Späth, einem Mitarbeiter des Patent- und Markenamtes (aus Geolino extra, Nr. 40, Erfindungen)

  •  Besprechung unklarer Textpassagen im Plenum (z.B.: "Was ist ein Nachahmer?"; Nieten statt Schrauben - "Was sind Nieten?"; ...).
  •  Kurzinformation zur Anmeldung eigener Ideen im Deutschen Patentamt
  •  Ggf. Antragsformular zur Anmeldung eines Patentes betrachten und ausfüllen (Der Antrag ist online abrufbar).

Abschluss

Vier Kontrollfragen zum Abschluss, die mithilfe des Interviewtextes beantwortet werden können:

  • Was ist ein Patent? (Der Nachweis, dass ich eine Idee zuerst hatte.)
  • Wie melde ich ein Patent an? (ein Anmeldeformular ausfüllen)
  • Wer kann ein Patent einreichen? (Jeder kann einen Antrag stellen - ... auch Kinder dieser Klasse!)
  • Was prüft das Patentamt genau? (Ist die Erfindung wirklich neu? Handelt es sich um eine besondere Idee? Experten im Haus prüfen das.)
Schüleräußerungen aus der Erprobung

Pro/Contra-Diskussion:

Pro: Die Ideen der Erfinder sollten geschützt werden, weil…

  • der Erfinder sonst weniger Geld verdient.
  • der Erfinder dann kein Geld verdient.
  • die andere Firma dann diese Sache herstellt und das viel billiger macht als die Firma, die die Sache eigentlich erfunden hat. Dann wird die Erfindung gar nicht mehr gekauft.
  • dann die echten Erfinder gar kein Geld verdienen, die das erfunden haben.
  • die echten Erfinder kein Geld mehr kriegen, weil die teurer sind, als die Nachmacher.
  • manche Leute die Erfindung zu etwas Schlechtem benutzen könnten, wie das Atom.
  • die sich die Mühe gemacht haben und das gar dann nicht mehr verkaufen können.

Contra: Die Ideen der Erfinder sollten nicht geschützt werden, weil…

  • andere Erfinder sie vielleicht mit anderem Stoff oder anderen Farben erfinden.
  • manche Leute keine Idee haben und kein Geld verdienen.
  • der Erfinder das nicht will.
Tipps und Stolpersteine aus der Erprobung
  • Diese Einheit ist optional und kann zur Differenzierung für die Kinder eingesetzt werden, die mit ihrem Video „Bericht aus der Erfinderwerkstatt“ bereits fertig sind.
  • Die Ergebnisse könnten in diesem Fall allen Kindern später im Plenum vorgestellt werden.
  • Wichtig ist ein Einstiegsvortrag der Lehrkraft: Was ist ein Patentamt? Was bedeutet „Ideen schützen“?
  • Beispiele von Ideenklau helfen den Kindern, die Problematik zu verstehen, fokussieren aber auch die anschließende Diskussion besonders auf den Schwerpunkt „Geld mit einer Erfindung verdienen“. Hier ist sicher auch eine stärkere in eine philosophische Richtung gehende Diskussion möglich.
  • Das Sammeln von Pro- / und Contra-Argumenten in Einzelarbeit hat sich bewährt, da auf diese Weise alle Kinder zum Mitdenken animiert werden.
  • Möglicher Zwischenschritt: Austausch in der Kleingruppe (Welche Argumente wurden oft genannt?) ⇒ Aussortieren von Dopplungen
  • Die Diskussion der Argumente im Plenum war wertvoll.
  • Eine Änderung der Reihenfolge wäre auch denkbar ⇒ Zuerst Lesen des Interviews und dann Führen der Pro-/Contra-Diskussion mit den Kindern.
  • benötigter Zeitrahmen: ca. eine Unterrichtsstunde.
Material aus der Erprobung

Wortspeicher

das Patent

die Erfindung

das Patentamt

der Schutz

der Antrag

die Diskussion

das Argument

pro/contra

Angestrebtes Unterrichtsergebnis

Die Schülerinnen und Schüler können sich eine eigene Meinung zum Schutz von Erfindungen bilden und wissen, was ein Patent ist und wie es angemeldet werden kann.