Die Spielzeugautofabrik nimmt ihren Betrieb auf
Intention
Die SuS fertigen eine größere Anzahl von Spielzeugautos in Serienproduktion, indem jedes Kind einen festen Posten innerhalb des Prozesses übernimmt und über längere Zeit ausführt. Sie können dabei den aus der Arbeitstaktung entstehenden Zeitdruck und die Entfremdung vom Endprodukt erfahren. Zugleich wird die höhere Effizienz der Serienproduktion anhand der Menge der hergestellten Modellautos erfahrbar.
Mögliche Vorgehensweisen
Einstieg
Die Produktionsstraße wird gemeinsam aufgebaut. Sie besteht aus zwei 'Linien', einer langen für den Karosseriebau und einer kurzen für Räder und Achsen.
Die einzelnen Teams richten ihre Arbeitsplätze ein. In einem kurzen Blitzlicht können Fragen geklärt und beschlossen werden, wann eine kurze Pause eingelegt werden soll, um die Abläufe zu reflektieren und eventuelle Verbesserungen einzuarbeiten.
Erarbeitung
Die Fabrik nimmt ihre Arbeit auf. Von Vorteil ist es, wenn jeder Platz bereits über das nötige vorgefertigte Material für ihren Einsatz verfügt, so dass alle gleichzeitig loslegen können und nicht warten müssen, bis die 'Material-Welle' sie erreicht. (Beispiel: Es dauert ansonsten sehr lange, bis die Station "Zwischenstreifen einkleben" mit ihrer Arbeit beginnen kann.) Alle SuS arbeiten sich in ihren Bereich ein.
Zwischenreflexion:
- Probleme (z.B. im Nachschub benötigter Vorprodukte) werden thematisiert und Verbesserungsvorschläge gesammelt.
- Eventuelle Optimierungsansätze einzelne SuS werden vorgestellt.
- Die Qualitätskontrolle gibt eine erste Rückmeldung.
Anschließend wird die Arbeit fortgesetzt.
Abschluss
In einem kurzen Blitzlicht geben die Kinder ein Feedback, wie es ihnen bei ihrer Fließbandarbeit ergangen ist.
Eventuell ist es sinnvoll zu vereinbaren, dass die Arbeit in der Folgestunde noch fortgesetzt wird.
Tipps und Stolpersteine aus der Erprobung
Das Anzeichnen und Ausschneiden der Karosserieteile nimmt sehr viel Zeit in Anspruch. Auch bei Mehrfachbesetzung dieser Arbeitsplätze mussten die folgenden Stationen warten. Man kann das in der Reflexion nutzen um die Bedeutung einer guten Logistik zu thematisieren. Alternativ können auch vorab schon einige Karosserieteile ausgeschnitten (evtl. auch von der Lehrkraft bereitgestellt) werden.
Das Zusammenkleben von Dach und Karosserien hat sich als die zeitaufwändigste und herausforderndste Aufgabe erwiesen. Mit vier Kindern war die Station noch unterbesetzt.
Aus dem Film hatten die Kinder die Idee der "Materialwarte" übernommen. 2 Kinder haben Kästchen mit zusammenpassenden Reifen und je einem Strohhalm/Spieß gepackt, alle Stellen mit Nachschub beim Material wie Pappe, Wellpappe, Tesafilm, usw. versorgt, Müll in den Mülleimer geräumt usw.
Die Qualitätskontrolle hat sowohl Zwischenschritte kontrolliert als auch Endprodukte. Bei den Endprodukten waren vorher 5 Kriterien festgelegt worden. Zu jedem Auto kam ein Zettel auf dem stand entweder i.O. oder n.i.O. (nicht in Ordnung, mit einer kurzen Begründung).
Der zweite Springer hat sich zum Ende hin als "Fehlerbeheber" betätigt - diese Aufgabe könnte in der Arbeitsplanung gleich mit berücksichtigt werden.
Die Kinder waren laut eigener Aussage hochmotiviert und hätten das auch einen ganzen Tag, eine ganze Woche machen können. Die Frage der Lehrkraft, ob das auch für ein ganzes Leben gelte, beantwortete ein Junge spontan: "Aber nur bei guter Bezahlung." Interessant war, dass einige Kinder zeitweise schon gelangweilt oder genervt wirkten.
Angestrebtes Unterrichtsergebnis
Die SuS sammeln an ihrem jeweiligen Arbeitsplatz unmittelbar Erfahrungen, wie es ist mit Zeitdruck, Qualitätsmängeln, Monotonie usw. klarzukommen. Eventuell erarbeiten sie im Rahmen ihrer Möglichkeiten en Verbesserungsvorschläge.