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Was ist ein Baum?

Ein Baum ist ein Holzgewächs, das aus einer Wurzel, einem daraus emporsteigenden Stamm und Ästen besteht. Die Äste teilen sich in der Krone oder verzweigen sich am Stamm in laub- oder nadeltragende Zweige. Bäume sind hochwachsende, weit entwickelte Pflanzen und gehören zu den größten pflanzlichen Organismen.

Die Krone ist der obere, aus Ästen oder Zweigen gebildete Teil des Baumes mit dem Blattwerk, in dem die eigentliche Nahrungsproduktion (siehe Photosynthese) stattfindet.

Der Stamm ist der Hauptholzkörper des Baumes. Er verbindet die Wurzel mit der Krone, trägt diese, transportiert Wasser, Nährstoffe oder Assimilate (siehe Kapillarität) und speichert Reservestoffe.

Die Wurzel dient der Verankerung der Pflanze im Boden und nimmt vor allem mit Hilfe der feinen Haarwurzeln Wasser und Nährstoffe auf (siehe Kappilareffekt).

Photosynthese

Bäume sind autotroph, das bedeutet, sie versorgen sich selbst. Um die Energie herzustellen, die sie zum Wachsen und Leben benötigen, betreiben sie Photosynthese. Photosynthese heißt „durch Licht zusammensetzen“. Der Baum nutzt die Energie des Sonnenlichtes, die er mit seinen Blättern einfängt, für eine Reihe chemischer Reaktionen und stellt aus Kohlendioxid- und Wassermolekülen den Nährstoff Glucose her. Den hohen Energiergehalt der Glucose nutzt die Pflanze für Wachstums- und allgemeine Lebensprozesse. Als Nebenprodukt entsteht dabei Sauerstoff, den der Baum, bzw. die Pflanze über die Blätter ausscheidet.

siehe Abbildung (A.Spielhoff - CC0)

Chlorophyll

Pflanzen fangen die zur Photosynthese benötigte Energie mit besonderen Farbstoffen (Pigmenten) in den Blättern ein. Chlorophyll ist das wichtigste Photosynthesepigment. Es liegt in den Chloroplasten der Pflanzenzellen und verleiht ihnen die grüne Farbe, da es grünes Licht reflektiert, rotes und blaues dagegen absorbiert.

Magnesium ist ein wesentlicher Bestandteil von Chlorophyll. Die anderen für die Photosynthese wichtigen Bestandteile wie Kohlen-, Wasser- und Sauerstoff können über den Boden, die Luft oder das Wasser aufgenommen werden. Magnesium ist jedoch nicht immer ausreichend im Boden vorhanden. Wenn ein Baum im Herbst seine Blätter zur Vorbereitung auf den lichtarmen Winter fallen lässt, damit Schneemassen oder Winterstürme die Äste nicht brechen lassen, kann er sich nicht erlauben das wertvolle Magnesium zu verlieren. Deshalb zieht er das Chlorophyll aus den Blättern und speichert es in Rinde und Wurzeln. Mit dem Chlorophyll entweicht auch das Blattgrün aus den Blättern und die Farbstoffe der anderen Blattbestandteile treten hervor, wie etwa das gelbliche Cartinoid oder das rötliche Anthocyanc. Das heißt, die Blätter verfärben sich herbstlich bunt.

Siehe Abbildung

Kapillareffekt

In allen Lebewesen sind ständig Substanzen in Bewegung: Nährstoffe werden an den Ort des Bedarfs befördert, Abfallstoffe werden abtransportiert. Viele Pflanzen besitzen zu diesem Zweck ein System mikroskopisch dünner Leitungsbahnen.

Die Wurzeln des Baumes nehmen Wasser und gelöste Mineralstoffe aus dem Boden auf. Dazu muss das mineralhaltige Wasser durch das gesamte Sprosssystem des Baumes transportiert werden – also über den Stamm in die einzelnen Zweige und Blätter.

Bäume ernähren sich wie andere Pflanzenarten mithilfe des Kapillareffekts. Die Anziehungskraft zwischen Wassermolekülen wird durch die Adhäsionskraft verstärkt. So ziehen sich die Wassermoleküle in sehr schmalen Kanälen kettenartig aneinander hoch. Verstärkt wird der Wassertransport durch den so gebildeten Unterdruck in den Gefäßleitungen des Baumstamm-Splintholzes, der durch Verdunstung an den Blättern entsteht. Auf diese Weise schaffen es Bäume, Wasser aus den Wurzeln über enorme Distanzen bis in die photosynthesetreibenden Blätter in der Baumkrone zu verteilen.

(vgl. Tänzer & Freeß 2011, S.21; vgl. Amselem 2007).

Siehe Abbildung

Die geheime Sprache der Bäume

Wissenschaftliche Studien der letzten Jahre kommen zu dem Ergebnis, dass Bäume die Fähigkeit haben, auf unterschiedliche Art. Miteinander zu kommunizieren. Zur Datenübertragung werden sowohl über die Luft transportierte Duftsignale wie auch unterirdische Netzwerke mittels Pilzfäden und Wurzelgeflechten genutzt. Dank dieses Informationsaustauschs, warnen sich Bäume gleicher Art etwa vor Insektenbefall. Die gewarnten Nachbarn können dann frühzeitig beispielsweise ein Sekret ausstoßen, das die Insekten abschreckt. So ist es nicht zuletzt die ans Internet erinnernde Komplexität und Vielschichtigkeit dieses Netzwerks, die dazu beitrug, den Begriff des „Wood Wide Web“ zu etablieren (vgl. Wohlleben 2019; vgl. Hain (2017); vgl. Tänzer & Freeß 2011; vgl. Messmann 2016).

Der Zellbiologie und Pflanzenforscher Frantisek Baluska geht in Anlehnung an den Waldforscher Peter Wohlleben noch einen Schritt weiter und unterstützt dessen These, dass Bäume Lebewesen sind. „Sie haben ihre eigenen Probleme, ihre eigenen Fähigkeiten, mit Problemen umzugehen, und sie kommunizieren auch miteinander und lösen die Probleme miteinander“ (Messmann 2016). So können Bäume z.B. über die Wurzel- und Pilznetze nicht nur Informationen austauschen, sondern auch Glukose für hilfsbedürftige Nachbarn übermitteln (vgl. Wohlleben 2019, S.29).

Weiterführende Informationen

Tänzer, S. & Freeß, D. (2011). Bäume in der Stadt. In: Sache, Wort, Zahl. 39, S.14-28

Wohlleben, P. (2017). Hörst du wie die Bäume sprechen? Eine kleine Entdeckungsreise durch den Wald. Hamburg: Verlag Friedrich Oetinger

Wohlleben, P. (2019). Der deutsche Wald ist eine Plantage. In: Stern. Ausgabe 35.19, S.24-36

Lexikon der Biologie (1999). Photosynthese. Heidelberg: Spektrum Akademischer Verlag

Kompaktwissen Biologie (2003). Anatomie der Pflanzen und Photosynthese. Starnberg: Dorling Kindersley, S. 80-84f