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Kartenabfrage

Bei der Kartenabfrage handelt es sich um eine Methode, themenspezifisches Vorwissen oder Fragen der Schülerinnen und Schüler nicht nur zu erfassen, sondern auch zu visualisieren und zu ordnen. Hierbei notieren die Kinder einzelne Stichpunkte oder Fragen auf Karten (pro Karte nur ein Kommentar), sammeln diese und ordnen sie gemeinsam in Form eines Cluster oder einer Mindmap. Abschließend können die Karten auch noch gewichtet werden.

Für die Umsetzung im Unterricht bietet die Übersicht nach Albert Glossen eine sinnvolle Abfolge (nach www.abb-seminare.de/blog/kartenabfrage/ - 29.06.2020)

1. Fragestellung visualisieren

Die Fragestellung ist bei einer Kartenabfrage wesentlich für das Ergebnis. Daher ist es notwendig, diese vorab genau zu planen und mögliche Antworten der Kinder im Vorfeld zu assoziieren. Es können sowohl Fragen der Kinder, als auch Inhaltsfelder zu bestimmten Themenbereichen erfasst werden (zum Beispiel: „Welche Möglichkeiten gibt es, ein Fahrzeug anzutreiben?"). Auch die Sammlung von Vorwissen (zum Beispiel: „Das wissen wir schon über Murmelbahnen“), Erwartungen oder Vorschlägen ist möglich. Um die Fragestellung auch im Arbeitsprozess nachlesen zu können, sollte sie für die Kinder im Klassenraum visualisierst werden.

2. Karten beschriften

Die Beantwortung der Frage kann in verschiedenen Sozialformen erfolgen. So ist sowohl Einzel-, als auch Partner- oder Gruppenarbeit denkbar. Die Einzelarbeit lenkt den Blick verstärkt auf individuelle Vorkenntnisse bzw. Fragen, Partner- und Gruppenarbeiten bieten die Möglichkeit, Inhalte während des Arbeitsprozesses bereits zu diskutieren. Es sollte jeweils nur ein Gedanke, eine Idee oder eine Frage pro Karte notiert werden. Groß notierte Stichpunkte sind dabei besonders übersichtlich. Entscheidend ist auch die Anzahl der zur Verfügung stehenden Karten. Durch Reduktion (zum Beispiel auf zwei bis drei Karten pro Kind bzw. Gruppe) kann hier eine gezielte Fokussierung auf wichtige Äußerungen erreicht werden. Die Reduzierung hat zudem den Vorteil, das anschließende Ordnen besser handhabbar zu machen.

3. Karten anpinnen

Die beschrifteten Karten werden im Sitzkreis oder an der Tafel gesammelt und von den Kindern vorgestellt und kommentiert.

4. Karten ordnen

Im Anschluss oder parallel zur Vorstellung werden die Karten nach bestimmten Ordnungskriterien geclustert. Die Kriterien können gemeinsam entwickelt oder auch vorgegeben werden. Als Variante ist es auch möglich, dass einige Kinder eine Ordnung der Karten vornehmen und diese im Anschluss von der Klasse diskutiert und ggf. bestätigt, ergänzt oder abgeändert wird. Und schließlich ist auch ein Sortieren der Karten durch die Lehrkraft denkbar, um den Fokus dieser Phase auf die Diskussion der Mindmaps zu legen.

5. Gewichten

Abschließend können die Karten durch die Vergabe von Punkten gewichtet werden. Im Abhängigkeit von der Anzahl der Karten erhält jedes Kind zum Beispiel ein bis zwei Punkte, die nach individuellen Gesichtspunkten verteilt werden können. Die Gewichtung eines besonders interessanten Themengebiets kann dabei beispielsweise Klarheit für die weitere Unterrichtsplanung bringen.

Die Methode bietet eine Reihe von Vorteilen:

  • Alle Schülerinnen und Schüler bringen aktiv eigene Ideen und Gedanken ein
  • Alle Beiträge sind sichtbar
  • Die Kartenabfrage kann anonym durchgeführt werden
  • Der Vergleich der Karten regt zum Nachdenken an
  • Gruppierungen und Strukturierungen sind möglich

(Nach: methodenpool.uni-koeln.de/moderation/moderation_darstellung.html - 29.06.2020)

Materialbedarf:

  • Karten
  • Stifte (am besten Filzstifte oder Füller)
  • Tafel oder Stellwand
  • Pinnnadeln, Magnete oder Klebestreifen
  • Ggf. Punkte für die Gewichtung

Die Methode im Unterrichtsbeispiel:

"Antriebe"

"Murmelbahnen"

"Kunststoffdetektive"