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Zukunftswerkstatt

Die Zukunftswerkstatt wurde in den sechziger Jahren von Robert Jungk entwickelt und ist eine Methode, die es ermöglicht, durch verschiedene Phasen strukturiert ein Thema oder Problem zu bearbeiten und zusammen mit anderen zu lösen. Dabei wird die thematische Offenheit und teilnehmerbezogene Ausgestaltung der Zukunftswerkstatt durch eine klare methodische Struktur geleitet. Diese gliedert sich in drei Hauptphasen sowie in die Vorbereitungs- und Auswertungsphase, die bei der Entwicklung des problemlösenden Denkens helfen sollen: 

1. Vorbereitungsphase: Die Problemfrage sowie Materialien zur Visualisierung und Ausarbeitung werden festgelegt.

2. Kritikphase und Problemlösungsphase: Der Ist-Zustand wird thematisiert. Das Thema/ die Problemstellung werden offen diskutiert und alle Teilnehmenden äußern ihre persönliche Kritik. Auf diese Weise entstehen eine Gedankensammlung, spezifische Kritik und Lösungsansätze für die Problemfrage. Nach der Sammlung der Kritikpunkte werden die Problembereiche geordnet zusammengefasst. Anschließend entscheiden sich die Gruppenmitglieder für die wichtigsten Kritikpunkte, mit denen in der nächsten Phase weitergearbeitet wird.

3. Visionsphase/ Fantasiephase: Ohne gedankliche Beschränkungen werden in Gruppenarbeit Ideen für eine wünschenswerte Zukunft entwickelt, in der das ursprüngliche Problem gelöst ist. Dieses kann beispielsweise mittels eines Brainstormings erfolgen. Damit die Fantasie der Teilnehmenden nicht eingegrenzt oder ausgebremst wird, wird vereinbart, dass während der Visionsphase keine Einwände erhoben werden. Die Ideen werden auf Karten gesammelt und visualisiert.

4. Realisierungsphase/ Verwirklichungsphase: In dieser Phase werden die Visionen und Wünsche auf ihre Umsetzbarkeit hin untersucht und ein gemeinsamer Plan zur Realisierung der Lösung des Problems entwickelt.

5. Nachbereitungsphase: Durch die entstandenen Arbeitsprodukte wird deutlich, was geändert werden müsste, um das Problem zu lösen und welche Schritte dafür erforderlich sind. Am Ende werden die Ergebnisse präsentiert.

Der Zeitrahmen sowie die Materialien sind frei wählbar. Die Spielregeln und Vereinbarungen sollten im Voraus geklärt und ggf. visualisiert werden. Die Methode ist sowohl für einzelne kleinere Gruppen als auch für den Klassenverband gedacht. Die Phasen der Zukunftswerkstatt sollten der Reihe nach bearbeitet werden, damit sich die strukturierte Problemlösung am besten entwickeln kann. Eine Lenkung durch eine Moderatorin oder einen Moderator kann helfen, den strukturierten Prozess umzusetzen. Für das Moderations-, sowie das Präsentationsmaterial kann neben verschiedenfarbigen Karten ebenso auf Plakate, Collagen, Wandbilder oder beliebige andere Visualisierungen zurückgegriffen werden.

Die Methode im Unterrichtsbeispiel:

"Klima und Klimawandel"