Der Medienkompetenzrahmen NRW

Der Medienkompetenzrahmen NRW (im Folgenden abgekürzt als MKR) stellt einen umfassenden Bezugsrahmen für den systematischen Erwerb von Medienkompetenz dar, den NaWiT AS für den Sachunterricht beispielhaft abdeckt. Die formulierten Kompetenzen in den Bereichen 1 bis 4 beschreiben dabei die digitalen Medien eher als Lerninstrumente, während sie in den Bereichen 5 und 6 auch als eigenständiger Lerngegenstand des Sachunterrichts aufgefasst werden können; das trifft auch für die 4. Zeile des Rasters zu, in der Sicherheitsaspekte und risikobewusstes Verhalten angesprochen werden. 

Für jeden der sechs Bereiche finden Sie bei NaWiT AS passende Unterrichtsanregungen und Vorschläge für Apps und Methoden.

 

 

 

 

Digitale Medien im Sachunterricht

Sachunterricht hat sich noch nie als Buch-, Tafel- oder Arbeitsblattunterricht verstanden, die Sache selbst steht im Mittelpunkt. Texte und Bilder, heute auch Audio- und Videoaufnahmen, sind jedoch alltägliche Formate der Dokumentation und Kommunikation von Wissen sowie der Meinungsbildung und des gesellschaftlichen Diskurses, aber auch der Manipulation. Infografiken helfen uns, komplexe Sachverhalte zu strukturieren und zu durchschauen. Digitale Nachrichtenkanäle schaffen eine hohe Vernetzungsdichte, können aber zugleich auch ausgrenzen und Privatsphäre verletzen.

Für Kinder bilden audiovisuelle und digitale Medien einen festen Bestandteil ihrer Lebenswelt und zugleich eine Wirklichkeit zweiter Ordnung, in der sie sich ebenso orientieren lernen wie in der realen Welt. Daher kommt Medien - insbesondere den digitalen Medien - in einem zeitgemäßen Sachunterricht in mehrfacher Hinsicht eine große Bedeutung zu.

Lernen ÜBER Medien

Zum einen sind digitale Medien Gegenstand des Sachunterrichts. Themenfelder, zu deren Erschließung der Sachunterricht Konzepte und Methoden zur Verfügung stellt, sind u.a. das Wissen über Medienfunktionen und Medienwirkungen, der sachgerechte Umgang mit digitalen Informations- und Kommunikationswerkzeugen, die Reflexion des eigenen Mediengebrauchs und damit verbundener Chancen und Risiken sowie das Verstehen von Grundlagen der Erfassung und algorithmischen Verarbeitung von Daten und der Regelung und Steuerung einfacher technischer Prozesse.

Lernen MIT und DURCH Medien

Zum zweiten können digitale Medien Lern- und Erkenntnisprozesse im Sachunterricht auf besondere Weise unterstützen, die sich als "mediendidaktischer Mehrwert" niederschlägt. 

Medien als Zugang zu den Sachen

Digitale Medien repräsentieren bzw. erschließen einen Unterrichtsgegenstand aus der Lebenswirklichkeit, der im Original nicht oder nur mit nicht vertretbarem organisatorische Aufwand zugänglich ist, und stellen ihn in den Mittelpunkt des Unterrichts.

Medien als Informationsquelle

Systematische und strukturierte Informationsbestände werden im Sachunterricht benötigt, um eigene Beobachtungen und Versuchsergebnisse einzuordnen und zu ergänzen und Vermutungen und Deutungen in fachlich tragfähige Zusammenhänge zu stellen und zu verifizieren. Dazu steht online und in digitalen Lernmedien eine schwer überschaubare Informationsfülle zur Verfügung, die nicht immer fachlich korrekt oder frei von wirtschaftlichen Interessen ist.     

Medien als Forschungswerkzeug

Mit ihren multimedialen Funktionen können digitale Medien das menschliche Wahrnehmungsspektrum erweitern und dadurch eine besondere Qualität der Wirklichkeitsbegegnung erzeugen: Makro- und Mikroaufnahmen oder Zeitraffer- und Zeitlupenfilme, endoskopische Verfahren, Infrarot-, Luft- oder Satellitenbilder oder Tonfrequenzumsetzungen machen Strukturen und Vorgänge sichtbar, die mit bloßem Auge nicht wahrnehmbar sind und ermöglichen faszinierende ästhetische Eindrücke.

Medien als Dokumentationsmittel

Lernergebnisse und -prozesse können mittels digitaler Medien auf kindgerecht einfache Weise dokumentiert werden. Leichter als bei Papier-und-Stift-basierten Methoden können Handeln und Mündlichkeit als Vorstufe schriftlicher Formulierung ermöglicht werden. Grafische und schriftliche Gestaltungsformen erhalten Unterstützungs- und Korrekturfunktionen. Digitale Dokumente können asynchron weiterverwendet werden - z.B. zur Reflexion der Lernwege.   

Medien als Kommunikationsmittel

Digitale Kommunikationskanäle (Mail, Messenger, Chat, Videotelefonie, sog. Soziale Medien, Kinder-Wikis etc.) ermöglichen auch Grundschulkindern sich mit Gleichaltrigen an anderen Standorten auszutauschen und - z.B. bei einem gemeinsamen Unterrichtsthema - die Grenzen des Klassenraums auszuweiten. 

Weiterführende Informationen

Peschel, Markus (Hrsg.) (2010): Neue Medien im Sachunterricht. Gestern - heute - morgen. Baltmannsweiler

Medienpass NRW. Online verfügbar: www.medienpass.nrw.de (letzter Zugriff am 18.05.2018)

 

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